Info für Eltern

Jugendliche und Dampfen ist für viele ein heikles Thema, denn wenn es um unseren Nachwuchs geht, dann werden Diskussionen zumeist emotional und nicht sachlich geführt.
Außerdem steht für viele Menschen Dampfen moralisch auf der gleichen Stufe wie Rauchen, unabhängig vom Schadenspotenzial. Es reicht anscheinend, dass es lediglich ähnlich aussieht wie Rauchen.
Aber um Gefühle und Moral soll es an dieser Stelle nicht gehen, sondern um eine sachliche Betrachtung der Fakten und eine Orientierung für Eltern, die vor der Frage stehen, ob sie ihren Kindern das Dampfen erlauben sollen oder nicht.

Vorweg muss ganz eindeutig gesagt werden: Nach §10, Abs. 1 bis 4 des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) darf Kindern und Jugendlichen in der Öffentlichkeit weder eine Dampfe bzw. Liquid (egal ob mit oder ohne Nikotin) angeboten oder verkauft, noch ihnen die Benutzung gestattet werden.
In den eigenen vier Wänden hingegen liegt es in der Verantwortung der Eltern, ob sie ihren Kindern das Dampfen erlauben oder nicht.

Ganz wichtig: Sollte Ihr Kind bereits rauchen, dann bietet sich durch die Dampfe eine sehr gute Chance, dass es mit ihr den Tabak relativ schmerzlos loswerden kann. Denn mit der Dampfe ersetzen Raucher ein potenziell tödliches Genussmittel durch ein weitgehend harmloses. Hier ist es also im Grunde keine Frage, ob dem Kind das Dampfen erlaubt werden sollte.

Schadet Dampfen der Entwicklung des Jugendlichen?

Es gibt aktuell keine Hinweise darauf, dass Dampfen der Entwicklung eines Jugendlichen ernsthaft schadet. Über die Risiken des Dampfens erfahren Sie hier mehr.

Schadet Nikotin der Entwicklung eines heranwachsenden Gehirns?

Bis heute fehlen Belege dafür, dass Nikotin die Entwicklung des Gehirns negativ beeinflusst. Studien, die dies angeblich nahelegen, wurden an Ratten oder Mäusen durchgeführt und lassen sich nicht auf den Menschen übertragen.
Zudem gehören Hirnschäden nicht zu den typischen Folgeerkrankungen des Rauchens. Würde Nikotin tatsächlich in bedeutsamen Maße die Entwicklung eines jugendlichen Gehirns beeinträchtigen, hätte sich dies an Millionen von Rauchern bemerkbar machen müssen, da die meisten von ihnen bereits früh in der Jugend mit dem Rauchen begonnen haben.

Macht Nikotin Jugendliche nikotinabhängig?

Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass Nikotin ohne Tabak Nichtraucher abhängig macht. Die vorhandenen Erkenntnisse legen sogar nahe, dass das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin sehr gering bis nicht vorhanden ist.

Die Studienlage ist mit Sicherheit noch nicht erschöpfend, aber doch ausreichend, um zu dem Schluss zu kommen, dass man von einem extrem geringen Risiko für Jugendliche ausgehen kann, durch Nikotin eine Stoffabhängigkeit zu entwickeln.

Weitere Informationen zum Thema Nikotin finden Sie hier.

Dampfen ohne Nikotin

Im Gegensatz zum Tabak, gibt es bei der Dampfe die Wahl zwischen Liquids mit und ohne Nikotin. Wenn Sie also trotz allem Bedenken gegen Nikotin haben, bietet Ihnen das Dampfen somit einen Mittelweg.

Verleitet Dampfen Jugendliche zum Rauchen?

Dass Jugendliche durch das Dampfen zum Rauchen verführt werden, ist extrem unwahrscheinlich. Bisher gibt es keine Studie, die das nahelegt oder gar belegen würde.
Es gibt eher Hinweise dafür, dass Jugendliche, die bereits rauchen, mit der Dampfe von der Zigarette loskommen. Dafür spricht zum Beispiel, dass, seit es die Dampfe gibt, in den USA die Anzahl rauchender Jugendlicher deutlich zurückgegangen ist. Auch konnten in einer großen britischen Metastudie keinerlei Hinweise auf den sog. Gateway-Effekt gefunden werden.

Natürlich neigen Heranwachsende oft dazu, vieles auszuprobieren, auch offensichtlich riskante Dinge. Dieser Umstand scheint zum Erwachsenwerden dazuzugehören. Daher ist es natürlich denkbar, dass ein Jugendlicher, der das Dampfen ausprobiert, ebenso das Rauchen ausprobieren könnte. Aber in diesem Fall würde er das wohl auch tun, wenn es die Dampfe nicht gäbe.

Fazit

Wenn Ihr Kind bereits raucht, dann ist es keine Frage, dass die Dampfe die deutlich bessere Alternative zum Rauchen ist. Sie sollten Ihr Kind ermutigen, auf die Dampfe umzusteigen.

Die gesundheitlichen Risiken, die vom Dampfen ausgehen, sind äußerst gering und lediglich hypothetischer Natur. Eine Beeinträchtigung der Entwicklung von Jugendlichen durch Nikotin ist nicht zu erwarten.
Extrem unwahrscheinlich ist zudem, dass Jugendliche von Nikotin abhängig werden. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, ohne Nikotin zu dampfen.
Dass Jugendliche durch das Dampfen mit dem Rauchen beginnen, kann weitgehend ausgeschlossen werden. Es ist sogar denkbar, dass die Dampfe Jugendliche davor bewahrt, mit dem Rauchen anzufangen.

Wie bereits eingangs erwähnt, geht es hier nur um die sachliche Betrachtung der aktuellen Faktenlage ohne moralische Einordnung.