Nikotin

Gesundheitsrisikos

Nikotin ist eine Substanz, die, wie viele Substanzen, ab einer gewissen Dosis eine giftige Wirkung hat. Der oft verwendete Begriff „Nervengift“ ist irreführend und unsachlich. In geringer Dosierung ist Nikotin für gesunde Menschen nicht schädlich und erst recht nicht giftig. Im Gegenteil, Nikotin hat in geringen Mengen sogar positive Eigenschaften. Je nach Dosierung hat es eine entspannende oder anregende Wirkung und verbessert die Konzentrationsfähigkeit sowie Feinmotorik. Zudem wird vermutet, dass Nikotin vor Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und Ulzerativer Colitis schützt.
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Nikotin beim Dampfen sind mit denen von Koffein vergleichbar.
Der Blutdruck wird etwas erhöht und der Puls beschleunigt. Diese Effekte sind gut bekannt und halten nicht sehr lange an. Sie stellen für einen gesunden Menschen keine gesundheitliche Gefahr dar.

Im Dampf übernimmt Nikotin auch eine ähnliche Funktion wie Koffein im Kaffee. Wie bereits erwähnt, entspannt oder belebt es und erzeugt den sogenannten „Throat-Hit“ (das Kratzen im Hals bzw. ein leichter Druck auf der Brust), welcher besonders von Ex-Rauchern erwünscht ist. Nikotin verleiht dem Dampf eine gewisse kräftigere „Haptik“. Für einige Dampfer ist Nikotin auch so etwas wie ein Geschmacksverstärker.

Beim Dampfen besteht keine Gefahr der Vergiftung, da es unmöglich ist, durch das Dampfen eine gefährliche Konzentration von Nikotin im Körper zu erreichen. Eine zu hohe Dosis, die jedoch noch weit von einer ernsthaften Vergiftung entfernt ist, bemerkt der Dampfer sehr schnell durch Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Diese Symptome verschwinden recht schnell wieder, wenn einfach für eine kurze Zeit nicht gedampft wird, da Nikotin im Körper sehr schnell abgebaut wird.

Die tödliche Dosis von Nikotin liegt etwa bei 500 bis 1000mg für einen Erwachsenen Menschen. In einem handelsüblichen Liquid (bis 20mg/ml Nikotin bei 10ml Inhalt) sind maximal 200mg enthalten, es ist also schwer möglich, sich mit einer Flasche Liquid ernsthaft zu vergiften.
Oral ist die Gefahr insgesamt nicht so groß, sich zu vergiften, da der Körper sofort mit Abwehrmaßnahmen wie Übergeben und Durchfall reagiert. Zusammen mit der Fähigkeit des Körpers, Nikotin recht schnell abzubauen, ist es also fast unmöglich, genug Nikotin aufzunehmen um eine tödliche Konzentration im Körper zu erreichen.

Auch bei Kontakt mit der Haut besteht keine sehr große Gefahr. Nikotin wird vergleichsweise langsam über die Haut aufgenommen. Kommt man mit Liquid in Kontakt, reicht einfaches abwaschen vollkommen aus.
Einen Kontakt mit Schleimhäuten am Auge sollte man generell vermeiden, da dies sehr schmerzhaft sein kann.

Nikotin gilt nicht als krebserregend.

Thema Sucht

Nikotin und das Thema Sucht wurden bis vor kurzem in der Wissenschaft fast nur in Verbindung mit Tabak untersucht. Beim Rauchen entstehen jedoch viele verschiedene Substanzen, die auf die Psyche wirken. In diesem Verbund trägt Nikotin unter Umständen seinen Teil für eine eventuelle Tabaksucht bei, ist aber sehr wahrscheinlich nicht der entscheidende Bestandteil.
Nikotin ohne Tabak scheint nur ein geringes bis kein Suchtpotenzial zu besitzen. Es dürfte hier vergleichbar mit Koffein sein.

„There is very little to no evidence for the abuse of nicotine when not delivered in a tobacco vehicle.“ (Dr. Karl Fagerström)

Bis heute konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, dass Nikotin überhaupt süchtig macht. Studien scheinen ein Suchtpotenzial eher zu widerlegen. Zum Beispiel zeigte in einer Studie, bei der Probanden über ein halbes Jahr Nikotin verabreicht wurde, anschließend keiner irgendein Anzeichen von Sucht.

Kinder und Haustiere

Liquids (mit Nikotin) gehören nicht in die Hände von Kindern und sollten auch nicht in die Schnauzen von Haustieren gelangen.
Bei Kindern ist die tödliche Dosis, aufgrund der geringeren Größe, naturgemäß niedriger.
Hier gilt also die gleiche Sorgfaltspflicht wie bei anderen potenziell giftigen Flüssigkeiten, wie alkoholischen Getränken, Reinigungsmitteln oder Medikamenten.

Schwangere und Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen

Die Faktenlage ist sehr klein, was das Risiko für Schwangere durch Nikotin betrifft, klare Hinweise auf eine Schädigung ungeborenen Lebens fehlen aktuell. Aber aus Gründen der Vorsicht sollten werdende Mütter auf Nikotin verzichten.
Überhaupt sollte in Fragen, wo es um „Leben oder Tod“ geht, die Vorsicht oberstes Gebot sein. Auch wenn es aktuell keine Hinweise gibt, dass Nikotin eine ernsthafte Gefahr für Menschen mit Herz- Kreislauferkrankungen darstellt, sollte diese besondere Risikogruppe Nikotin vorsorglich vermeiden.

Ganz klar ist aber auch: Im Vergleich zum Tabak ist die Dampfe auch für Risikogruppen die weitaus weniger riskante Variante, selbst mit Nikotin im Liquid. Wenn es also nicht ohne Nikotin geht, dann lieber ohne schädliche Verbrennungsprodukte.

Nikotin und Krebs

Nikotin selbst ist nicht krebserregend und es steh auch aktuell nicht im Verdacht, krebserregend zu sein.
Es gibt allerdings den Verdacht, dass es möglicherweise bei einer bestehenden Krebserkrankung das Tumorwachstum begünstigt, weil es die Überlebensfähigkeit von Zellen erhöht und die Bildung neuer Blutgefäße anregt. Es könnte somit einer Chemotherapie entgegenwirken.
Daher sollten Menschen, die an Krebs erkrankt sind, Nikotin vermeiden.