Schwangerschaft

Dampfen in der Schwangerschaft ist kein leichtes Thema. Die Frage stellt sich jedoch für viele Menschen und diese sollten mit dem Problem nicht allein gelassen werden. Denn mit dem Rat “am besten weder rauchen noch dampfen” ist den wenigsten gedient.
Wenn man so viele Risiken wie möglich in der Schwangerschaft ausschließen möchte, egal wie klein diese sind, dann sollte man natürlich auf alles verzichten, was nur theoretisch ein Risiko darstellen könnte. Dazu gehört wahrscheinlich auch das Dampfen. In vielen Fällen ist das allerdings einfach nicht praktikabel.
Deshalb versuche ich hier, die Problematik möglichst sachlich zu betrachten und Ihnen so bei einer Entscheidung zu helfen.

Eins lässt sich auf jeden Fall absolut sicher sagen: Dampfen ist immer besser als Rauchen, egal ob mit oder ohne Nikotin.

Das Gesundheitsrisiko des Rauchens geht von den über 4.000 Stoffen aus, die vor allem durch die Verbrennung des Tabaks entstehen, davon sind über 40 krebserregend. Als besonders schädlich für das sich entwickelnde Kind ist Kohlenstoffmonoxid zu nennen, welches beim Dampfen vollständig wegfällt.
Aufgrund der fehlenden Verbrennung entstehen auch andere Schadstoffe erst gar nicht oder lediglich in unbedenklichen Mengen.
Dampfen als solches stellt also ein extrem geringes bis kein Gesundheitsrisiko dar.
Einen genauen Überblick über die Schädlichkeit des Dampfens finden Sie hier.

Schwangerschaft und Nikotin

Ein eigenes und wichtiges Thema ist Nikotin in der Schwangerschaft.
Die Anwendung von Nikotinersatzprodukten, wie Pflaster oder Kaugummis, gilt in der Schwangerschaft als sicher(1,2). Daraus lässt sich schlussfolgern, dass auch das Nikotin in der Dampfe als sicher anzusehen ist, da es sich um denselben Stoff handelt. Es macht schlussendlich keinen Unterschied, auf welchem Weg das Nikotin in den Körper gelangt.
Für die Bewertung der Schädlichkeit des Dampfens in der Schwangerschaft dürfte es also unerheblich sein, ob mit oder ohne Nikotin gedampft wird.

Schwangerschaft und Passivdampf

Ist es für eine schwangere Frau bzw. ihrem ungeborenen Kind schädlich, wenn Menschen in ihrer Umgebung dampfen?
Es gibt keine Hinweise darauf, dass Passivdampf schädlich ist. Von daher ist es aus gesundheitlicher Sicht unbedenklich, wenn der Partner oder Freunde in Anwesenheit einer schwangeren Frau dampfen, sofern sie damit kein Problem hat.
Allerdings sollte bedacht werden, dass werdende Mütter oft deutlich sensibler auf Gerüche reagieren.

Stress als Risiko

Nicht zu unterschätzen ist Stress und Unwohlsein, die bei einem Rauch- oder Dampfstopp auftreten können.
Bei einem Rauchstopp kann einem die Dampfe helfen, diesen Stress enorm zu reduzieren. Mit der Dampfe ist der Rauchstopp in den meisten Fällen erfolgreicher und unproblematischer als mit bekannten Nikotinersatzprodukten wie Kaugummis, Pflastern oder Sprays.

Wenn man bereits dampft, sollte man sich bewusst sein, dass auch der Stress des Dampfstopps negative Auswirkungen haben kann, die eventuell größer sind, als die eher hypothetischen Risiken des Dampfens.

Fazit

Es ist in jedem Fall deutlich besser, in der Schwangerschaft zu dampfen anstatt zu rauchen.
Wenn Sie also rauchen, dann kann die Dampfe für Sie eine große Chance sein, das Risiko für Ihr ungeborenes Kind auf vergleichsweise einfache Art enorm zu senken.

Bis heute sind keine ernsthaften Gesundheitsrisiken bekannt, die vom Dampfen ausgehen. Auch Nikotin gilt in der Schwangerschaft als unbedenklich.
Dennoch muss man natürlich sagen, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nie gibt.
Wenn Sie also Bedenken haben und es Ihnen möglich ist, mit dem Dampfen während der Schwangerschaft ohne Stress aufzuhören, dann sollten Sie vielleicht eher darauf verzichten.

Wenn Sie sich mit dem Dampfen wohl fühlen oder es für Sie anstrengend wäre, damit aufzuhören, dann ist es aus gesundheitlicher Sicht durchaus vertretbar, wenn Sie während der Schwangerschaft weiter dampfen.
Wenn auch die Risiken, die vom Dampfen ausgehen, nicht ganz bei Null liegen mögen, sind sie doch auf jeden Fall extrem gering und eher theoretischer Natur.

Die Entscheidung liegt am Ende jedoch immer bei Ihnen. Die Informationen auf dieser Seite sollen Ihnen lediglich als Orientierung dienen.

Zu diesem Thema hat auch die britische “Smokefree Action Coalition” einen Infoflyer auf englisch veröffentlicht, den Sie hier als PDF herunterladen können.

1: Cooper, S. et al. Effect of nicotine patches in pregnancy on infant and maternal outcomes at 2 years: follow-up from the randomised, double-blind, placebo-controlled SNAP trial The Lancet Respiratory Medicine, 2014
2: Coleman, T. et al. A Randomized Trial of Nicotine-Replacement Therapy Patches in Pregnancy The New England Journal of Medicine, 2012