Mischen

Die Vorteile des selber Mischens sind vielfältig. Zum einen sind selbst gemischte Liquids erheblich günstiger als fertige und zum anderen hat man eine fast unendliche Palette an Geschmacksrichtungen.

Mischen ist auch alles andere als Quantenphysik, es ist eher so etwas wie Kochen.
Man muss nur wissen, welche Zutaten man braucht und wie man sie zusammen mischt.
Beim Mischen gibt es zwei Hauptkomponenten, die zusammen dann das fertige Liquid ergeben. Da ist zuerst einmal die Basis, sozusagen die Grundlage des ganzen. Sie besteht aus Vernebelungsmittel, Aromaträger und bei Bedarf Nikotin.
Damit das fertige Liquid auch den richtigen Geschmack hat, brauchen wir dann natürlich noch das Aroma.

Die Basis

Die Basis besteht fast immer aus den Komponenten Propylenglykol (PG), pflanzliches Glycerin (VG, von engl.: vegetable Glycerin), Wasser und Nikotin, sofern man welches verwenden möchte.
Genauere Informationen zu den Inhaltsstoffen gibt es hier.

Das Propylenglykol ist der Hauptaromaträger, weshalb auch viele Aromen in PG gelöst sind. Es ist deutlich dickflüssiger als Wasser aber dünnflüssiger als Glycerin. Es ist zudem ein Vernebelungsmittel, welches jedoch einen weitaus weniger vollen und stabilen Dampf als Glycerin erzeugt.

Glycerin ist hauptsächlich für den Dampf verantwortlich. Basen mit hohem Glycerinanteil produzieren darum weit dichteren und volleren Dampf. Es transportiert zwar auch Geschmack, jedoch nicht so gut, wie Propylenglykol. Daher brauchen Liquids mit viel Glycerin auch mehr Aroma um den gleichen Geschmack zu erreichen. Glycerin schmeckt selbst allerdings leicht süßlich was zusätzlich den Geschmack beeinflussen kann.

Wasser wird meistens eingesetzt, um den Dampf etwas feuchter zu machen. Bei sehr VG-lastigen Basen hat es auch den Zweck, das Liquid etwas dünnflüssiger zu machen.
Anstelle von Wasser, wird von einigen Dampfern auch Alkohol (zumeist als Wodka) genutzt, da er den Geschmack besser transportieren soll. Das dürfte jedoch eine sehr subjektive Wahrnehmung sein.

Das Nikotin, sofern man es im Liquid haben möchte, hat mehrere Funktionen. Neben den körperlichen Wirkungen wie Entspannung oder Belebung (je nach Menge) und verbesserter Konzentration, hat es auch sensorische Effekte.
Nikotin ist in erster Linie für den sog. „Throat-Hit“, das Kratzen im Hals und den leichten Druck auf der Lunge, verantwortlich, der von Dampfern in der Regel erwünscht ist.
Zudem lässt es den Dampf kräftiger wirken und für manch einen hat es sogar die Funktion eines Geschmacksverstärkers. Mehr Infos über Nikotin gibt es hier.

Je nach Mischungsverhältnis gibt es verschiedene Bezeichnungen für Basen.

Dripperbasis: hoher VG Anteil, bis zu 95%
Cloudbase: eine Base mit VG Anteil von mindestens 80%, oft nur mit Wasser gemischt
50/50: diese Basis hat, wie der Name schon vermuten lässt, eine Mischung von 50% PG und 50% VG
Traditionale / Traditionelle: 55% PG / 35% VG / 10% Wasser
Velvet: 80% VG / 20 Wasser

Mischen der Basis

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie man an die fertige Basis kommt. Entweder man kauft sich schon direkt die fertig gemischte Basis, da gibt es alle gängigen Varianten auf dem Markt, oder man mischt sich die einzelnen Komponenten selber zusammen.

Hierbei ist wichtig, dass Basis ohne Nikotin keiner Regulierung unterworfen und in beliebig großen Gebinden zu haben ist.
Enthält die Basis jedoch Nikotin, dann darf sie in höchstens 10ml Gebinden verkauft werden und maximal 20mg/ml Nikotin enthalten.

Das Mischen an sich ist denkbar einfach, wenn man Mengen wie 100ml oder 1L mischt. Möchte man eine Basis mit 60% PG, 30% VG und 10% Wasser bekommen, dann sind das bei einem Liter 600ml PG, 300ml VG und 100ml Wasser.
Möchte man hingegen zum Beispiel 250ml mischen, braucht man den Dreisatz, einen Mischrechner oder einfach Prozentrechnung.

Etwas komplizierter wird es mit Nikotin, wenn man es selber der Basis hinzufügen möchte. Eine Nikotinlösung darf in Deutschland, wie bereits erwähnt, maximal 20mg/ml Nikotin enthalten und nur in Flaschen verkauft werden, die nicht mehr als 10ml Füllvolumen haben. Für eine große Menge Basis braucht man also dementsprechend viele Fläschchen mit Nikotinlösung, die häufig „Nikotinshots“ genannt werden. Und dann muss man natürlich noch berechnen, wie viel Nikotinlösung für die Gewünschte Nikotinstärke in der fertigen Basis nötig ist.
Auch hierzu kann man sich entweder eines Mischrechners bedienen oder ganz einfach über die Prozentrechnung zum gewünschten Ergebnis finden.

Möchte man eine Endbasis mit zum Beispiel 6mg/ml Nikotin erreichen, dann muss man einfach nur errechnen, wie viel Prozent 6 von 20 sind, da unsere Ausgangsnikotinlösung ja 20mg/ml hat. In diesem Fall sind es 30%.
Also muss die Endbasis zu 30% aus der 20mg/ml Nikotinlösung bestehen. Für eine Menge von einem Liter Endbasis benötigen wir also 300ml Nikotinlösung (20mg/ml), was 30 Flaschen a 10ml entspricht.

Wichtig ist hierbei zu beachten, worin in der Nikotinlösung das Nikotin gelöst ist und diese dann in den entsprechenden Teil der Endbasis mit einzurechnen. Ist das Nikotin also in PG gelöst, dann muss man den Anteil der Nikotinlösung zu dem PG Anteil hinzurechnen.

Die Aromen

Was bringt der dickste Dampf ohne Geschmack? Im Gegensatz zu Tabakprodukten hat die Wolke an sich bei der Dampfe ja noch keinen Geschmack. Dafür sorgen die Aromen.

Verwendet werden hier ganz normale Lebensmittelaromen. Allerdings sollte man auf ein paar Dinge achten, denn nicht jedes Lebensmittelaroma eignet sich zum Verdampfen.

Ein Aroma, welches zum Dampfen benutzt werden soll, darf keine fetten Öle enthalten, da sie ernsthafte Erkrankungen (z.B. Lipidpneumonie) auslösen können.
Äthereische Öle hingegen sollten zwar vorsichtig dosiert werden, da sie in hoher Dosierung zu Reizungen der Atemwege führen können, ansonsten jedoch größtenteils unproblematisch sind. Allerdings sollte man darauf achten, dass in den ätherischen Ölen keine fetten Öle gelöst sind.
Außerdem sollten Aromen auf keinen Fall Fruktose, Glucose oder Saccharose enthalten, da diese unter anderem bei Hitzeeinwirkung karamellisieren können. Als Süßstoffe in Liquids sind Xylitol, Stevia oder das Aroma Ethylmaltol zu empfehlen.

Das Aroma sollte nach Möglichkeit auch keine aromenfremden Farbstoffe besitzen. Diese bedeuten ein unnötiges Gesundheitsrisiko und beschleunigen unter Umständen das Zusetzen der Heizwendel, so dass diese häufiger ausgewechselt bzw. neu gewickelt werden muss.
Auch Aromen, die große Mengen an Schwebstoffen enthalten, können zu einer stärkeren Verkrustung der Heizwendel führen.

Wenn man diese Dinge berücksichtigt, dann lässt sich im Grunde fast jedes normale Lebensmittelaroma verwenden.
Bei vielen Aromen, die auf dem Mark sind, ist oft aber auch erwähnt, ob sie sich für das Dampfen eignen oder sie werden bereits direkt als Dampferaromen angeboten.

Die empfohlene Dosierung ist oft auf den Aromen angegeben und kann als Orientierung dienen. Wenn man überhaupt keinen Anhaltspunkt hat, dann sollte man sich von unten „rantasten“, Aroma hinzugeben kann man immer, anders herum wird es schwierig.

Reifezeit

Das Thema Reifezeit ist relativ umstritten unter Dampfern.
Mit Reifezeit wird im Allgemeinen der Prozess bezeichnet, bei dem sich die Aromen homogen im Liquid verteilen können und unter Umständen auch miteinander reagieren.

Ob dafür nur sehr gutes Vermischen ausreicht, oder es unbedingt Zeit braucht, kann nicht eindeutig beantwortet werden.

Wer Aromen jedoch lieber reifen lässt, wird oft feststellen, dass sie erst nach einer gewissen Zeit Lagerung den vollen Geschmack erreichen und auch das Verhältnis der Aromen untereinander sich ändert.
Während der Reifezeit verändert sich aber oft nicht nur der Geschmack, sondern auch die Färbung oder eventuelle Trübung kann stärker oder schwächer werden. Das sind zumeist ganz normale Vorgänge und unbedenklich.

So oder so braucht nicht jedes Liquid Reifung, manche sind schon direkt dampfbar und verändern sich kaum mit der Zeit. Und in jedem Fall kann die Reifezeit vieler Liquids durch sehr ausgiebiges Mischen und etwas Wärme verkürzt oder gar ersetzt werden.

Liquids sollten vor Licht geschützt gelagert werden, damit Aromen und evtl. enthaltenes Nikotin vor Veränderung bzw. Zerfall geschützt werden.
Sehr gut eignen sich Braunglas- oder Blauglasflaschen, um größere Mengen Liquid zu lagern, da sie perfekt vor Sonneneinstrahlung schützen. Besonders kühl müssen Liquids hingegen nicht gelagert werden.