Gesundheitliche Aspekte von E-Zigaretten – Kurzinformation für Ärzte

Die gesundheitsschädlichen Wirkungen des Rauchens beruhen auf der Inhalation toxischer Verbrennungsprodukte im Tabakrauch. Die Schädlichkeit von Rauch ist seit Jahrhunderten bekannt. Deshalb wurden u.a. Kamine erfunden. Nikotin trägt zur Tabakabhängigkeit von Rauchern bei, hat aber – ähnlich wie Koffein – nur schwach ausgeprägte Wirkungen auf das Hezkreislauf-System, wobei eine leichte, transiente Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck im Vordergrund stehen. Bereits 1976 hat der 2009 verstorbene Michael Russell diesen Sachverhalt einprägsam dargelegt: „People smoke for nicotine but they die from the tar“.

Seit 2006 sind in Europa und USA als E-Zigaretten bezeichnete Geräte am Markt, die aromatisierte nikotinhaltige Lösungen verdampfen und damit Rauchern die Inhalation von Nikotin ohne schädliche Verbrennungsprodukte ermöglichen. Im Unterschied zu Tabakrauch, in dem etwa 4.000 toxische und teilweise krebserregende Stoffe nachgewiesen wurden, enthält der von E- Zigaretten generierte Nebel (auch als Dampf bezeichnet) nur Nikotin, Propylenglycol, Glycerin und geringe Mengen an flüchtigen Lebensmittelaromen. Publizierte Untersuchungen haben gezeigt, dass die Plasmaspiegel an toxischen Substanzen von Rauchern nach dem Umstieg auf E- Zigaretten massiv abnehmen und bereits nach wenigen Wochen identisch mit den Werten von Nichtrauchern sind. Aus medizinischer Sicht sind daher Personen, die vom Rauchen auf den Konsum von E-Zigaretten umgestiegen sind, als Nichtraucher zu bewerten.

Für weitere Informationen und Referenzen zu publizierten Studien stehe ich interessierten Ärzten und anderen im Gesundheitswesen tätigen Personen jederzeit gerne telefonisch oder per Email zur Verfügung.

Graz, am 14. April 2017

O. Univ.-Prof. Dr. Bernhard-Michael Mayer

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